Test: Divinity Original Sin 2 – Ein episches RPG-Meisterwerk

Divinity Original Sin 2 ist nun schon ein paar Tage lang erhältlich. Unser Test zum rundenbasierten RPG hat etwas länger gedauert als gewohnt das hat aber einen verdammt guten Grund. Das Spiel ist unglaublich umfangreich und ein wahrer Zeitfresser. Kurz eine Runde reinschnuppern, im Inventar Schmökern, ein paar Gegner erledigen und schon ist es plötzlich mitten in der Nacht und wir sollten eigentlich Schlafen gehen. Aber es fehlen nur noch wenige XP (Erfahrungspunkte) zum nächsten Levelaufstieg. Dann können wir endlich die neue Fähigkeit erlernen, wie sich diese im Kampf wohl anfühlt?

Die Freiheit bei der Erstellung

Bevor wir uns in die gigantische Spielwelt von Divinity Original Sin 2 wagen steht natürlich die Charaktererstellung unseres Helden an. Bereits hier können wir aus unterschiedlichen Varianten wählen. Entweder wir entscheiden uns für einen bereits existierenden Charakter oder wir erstellen uns selbst einen. Der Vorteil bei existierenden Helden ist jener, dass sie eine Hintergrundgeschichte haben und ab und an spezielle Quests auf euch warten.

Wir können aber auch einfach darauf pfeifen und uns einen Skelettmagier basteln. Falls ihr euch für einen Untoten entscheidet, müsst ihr darauf achten ihn nicht mit Heiltränken umzubringen. Er benötigt nämlich Gift um seinen Lebensbalken zu füllen.

Optisch in jedem Fall ein Hingucker. Je nachdem welcher Rasse unser Held angehört erhalten wir andere Gesprächsoptionen.

Außerdem dürfen wir unser optisches Erscheinungsbild ändern, sowie die Talente und die Fähigkeiten anpassen. Allein in der Charaktererstellung können wir Stunden verbringen.

Allererste Sahne

Kurz ein paar Worte zur Technik von Divinity Original Sin 2. Das klassische RPG sieht einfach umwerfend aus. Bereits der Vorgänger war wunderschön aber hier wurde noch eine Schippe oben drauf gepackt. Die Spielwelt wurde mit Leben vollgepackt, überall kreucht und fleucht die Flora und Fauna. Geheime Passagen warten darauf entdeckt und Fallen entschärft zu werden.

Die dynamische Musik- und Soundausgabe ist ebenfalls erstklassig. Die Steuerung funktioniert blendend – einzig ab und an bleiben die CPU-Kameraden an Hindernissen hängen, das stört aber nicht großartig da es sehr selten vorkommt.

Die Geschichte selbst ist auch sehr gut. Die Entwickler haben unfassbar viel Liebe in die Entwicklung gesteckt. Allein mit dem Lesen von Büchern, Briefen und Konsorten können wir Tage verbringen. Die Hauptgeschichte selbst wird in diversen Multiple-Choice-Dialogen und in elegant gezeichneten Videoclips erzählt:

Es ist alles da

Divinity Original Sin 2 hat alles mit an Bord um jeden Spieler glücklich zu machen. Egal ob Solo, im lokalen Splitscreen oder im Online-Koop-Modus – wir können spielen mit wem wir möchten. Zur Auswahl steht uns eben die komplette Kampagne sowie ein Spielleiter- und Arena-Modus.

Im Arena-Modus können wir uns in PvP-Kämpfen mit anderen Spielern messen. Dazu stehen uns unterschiedliche Arenen und Modi zur Verfügung. Im Spielleitermodus übernehmen wir die Kontrolle wie in klassischen Pen&Paper-Brettspielen. Der Spielleiter baut ein Abenteuer zusammen, platziert Monster, Quests, Fallen und Co. Direkt im Anschluss starten dann die Helden in dieses neue Abenteuer.

Passend zum Release wurde auch „Divinity Engine 2 Data“ veröffentlicht. Klingt unglaublich mysteriös, dahinter verbergen sich aber die Modding-Tools für die Community. Und das die PC-Community das drauf hat beweisen zigtausende Beispiele. Wir freuen uns schon jetzt auf die neuen Abenteuer und Möglichkeiten die daraus entstehen werden.

Bereits nach ein paar Stunden quillt unser Inventar über. Wir tüfteln an der Ausrüstung unseres Trupps, ein wahres Freudenfest.

Auf in den Kampf

In der Spielwelt von Divinity Original Sin 2 bewegen wir uns in Echtzeit. Kommt es zum Kampf wird das Ganze rundenbasiert. Somit haben wir genügend Zeit um unsere Aktionen zu planen und die Gegner in Augenschein zu nehmen. Beispielsweise sind Untote immun gegen Giftattacken. Zaubern wir ihnen diese auf den Pelz heilen wir den Gegner, also immer schön brav die „Gegner untersuchen“. Das gelingt mit einem einfachen Rechtsklick und schon erblicken wir die einzelnen Elemente gegen die sie Resistent sind.

Im Kampf selbst stehen uns alle Optionen offen. Unsere Fernkämpfer sollten wir tunlichst an höher gelegenen Orten platzieren. Dadurch erhalten wir massive Angriffsboni die bis zu 55% betragen können und dass liebe Leser macht einen gewaltigen Unterschied. Außerdem sollten wir noch die zwei defensiven Leisten der Gegner genauer unter die Lupe nehmen. Manch einer ist empfänglicher für physische Angriffe, der andere wiederum für magische Attacken.

Mit diesen Informationen können wir nun den eigentlichen Kampf starten. Genretypisch verfügt jeder Charakter über eine bestimmte Anzahl an verwendbaren Punkten. Wir können uns also eine neue Position suchen oder wir starten direkt mit dem Angriff.

Das will wohl durchdacht sein, denn die Gegner sind nicht gerade schwach auf der Brust. Feuern wir einen Feuerball mit großen Flächenschaden um die Mobs zu zerstören oder gehen wir direkt mit einem starken, Vergiftungszauber auf den Bossgegner? Sollten wir uns passive Boni gönnen wie Rüstung oder soll unser Nekromant lieber für uns kämpfende Bestien erscheinen lassen? Verbrauchen wir unsere hart gefundene Quellenmagie für diesen Gegner oder sollen wir sie zusammensparen bis ein richtig, schwerer Brocken vor uns steht?

Wir haben unendlich viele Möglichkeiten an der Hand. Je nachdem wie wir unsere Gruppe zusammengestellt haben und diese untereinander harmonieren.

Die Elemente nutzen

Um die ganze Bandbreite an dem Schadensoutput zu nutzen sollten wir der „Herr der Elemente“ werden. Unterschiedliche Elemente führen zu gigantischen Kombinationen. Steht ein Gegner auf einer Wasserpfütze können wir diese kurzerhand mit einem Blitzzauber unter Strom setzen oder wir frieren den Bastard ein.

Öllachen oder vergiftete Gegner können mit einem Feuerfunken entzündet und somit gesprengt werden. Das sieht besonders schick aus und verursacht einen hammermäßigen Schaden. Durch das Umschalten der Perspektive (Taste O) bekommen wir einen wundervollen Überblick und sehen auf den Millimeter genau wo der Angriff einschlagen wird:

Etliche Lösungsmöglichkeiten

Nicht immer aber müsst ihr in den Kampf ziehen, Divinity Original Sin 2 bietet oft mehrere Wege zum Ziel. Wir können Quests auch durch Gespräche lösen. Immer mal wieder sind die Gegner auch noch zu mächtig um sie zu bezwingen. Alternativ suchen wir uns einfach einen anderen Weg an ihm vorbei, nur um später zurückzukehren und uns zu rächen.

Manche Gegner sind aber auch schlicht wahnsinnig, da hilft nur eine gute Argumentation mit dem Totschläger. Ein Beispiel für die spielerische Freiheit ist uns ganz besonders in Erinnerung geblieben:

Unser Abenteuer beginnt eingesperrt auf der Felsenfeste. Die mächtigen Quellenzauber können wir an dieser Stelle noch nicht nutzen. Eigentlich sollten wir für die Schmiedin Nebora eine Quest erledigen und uns als würdig erweisen. Als wir aber versehentlich einen Feuerball zündeten und sie direkt in die Flammen lief, schlug ihre Gesinnung auf feindlich um und wir mussten ein ganzes Dort auslöschen. Verzweiflung kam ins uns hoch, doch wir dachten uns, mal gucken wie das Spiel diese Situation nun lösen möchte.

In den Dialogen haben wir immer mehrere Auswahlmöglichkeiten.

Als wir die letzte Quest in Angriff genommen haben wurden wir immer unruhiger. Wir können doch nicht das komplette Spiel ohne Amulett durchspielen, da fehlen uns doch massive Boni. Beim Abschluss der Hauptquest „Die Flucht“ dann der Erfolg. Wir erlegen diverse Gegner und einen riesigen Wurm. Als wir mit dem Schiff ablegten, wurde dann die Halsfessel entfernt. Wir lernen, wir sind frei, können tun und lassen was wir wollen, müssen aber mit den Konsequenzen leben. In diesem Fall war die Herausforderung, um weiter voran zu kommen, um etliches höher als normalerweise.

Spielspaß:

Fazit:

Teil 1 war schon fantastisch aber Divinity Original Sin 2 packt da locker noch eine Schaufel obendrauf. Größer, schöner, komplexer, umfangreicher und detailverliebt bis ins letzte Eck – die Larian Studios haben einen Klassiker erschaffen. Dieses Spiel gehört auf jede Festplatte, RPG-Fans kommen darum nicht herum. Ein ganz fetter Anwärter für das GOTY 2017. Das Rollenspiel des Jahres, wenn nicht der letzten Jahre – eindeutige Kaufempfehlung.


Divinity Original Sin 2 findet ihr bei Steam für 44,99€

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